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FAQ

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Das Ergebnis des „Brexit“-Referendums sowie die Einleitung des Verfahrens nach Art. 50 EU-Vertrag ändern unmittelbar nichts an der staatsangehörigkeits-, aufenthalts- und sozialrechtlichen Stellung von Deutschen und anderen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern im Vereinigten Königreich. Das Vereinigte Königreich ist bis zum Wirksamwerden des Austritts Mitglied mit allen Rechten und Pflichten und damit in vollem Umfang an EU-Recht gebunden, für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger gelten die aus EU-Recht fließenden Rechte so lange auch weiterhin im Vereinigten Königreich. Auch der Rechtsweg über den Europäischen Gerichtshof (EuGH) steht dafür offen.

Das Aufenthaltsrecht der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger im Vereinigten Königreich ergibt sich bis zum EU-Austritt aus geltendem EU-Recht. Die Situation nach dem Brexit ist bislang noch ungeklärt. Die zukünftigen Regelungen werden maßgeblich von den Verhandlungen des Vereinigten Königreichs mit der EU und der politischen Haltung des Vereinigten Königreichs für die Zeit nach Austritt abhängen. Das Vereinigte Königreich hat aber öffentlich erklärt, dass es ebenso wie die Regierungen der verbleibenden EU-Mitgliedstaaten interessiert ist, sowohl den Status der im Vereinigten Königreich lebenden EU-Bürgerinnen und EU-Bürger als auch den Status der Briten, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat leben, möglichst schnell und soweit möglich mit weitgehendem Bestandschutz klären möchte. Dies hat Premierministerin May auch in ihrem Schreiben mit der Austrittsmitteilung an den Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk vom 29.03.2017 nochmals deutlich gemacht. Auch der Bundesregierung ist dies ein Anliegen von absoluter Priorität ist. Bundeskanzlerin Merkel hat in ihrem Statement unterstrichen, dass die Bundesregierung sich dafür einsetzen wird, dass die Folgen des Brexit für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger im Vereinigten Königreich möglichst gering ausfallen.

Schreiben mit der Austrittsmitteilung

Statement Bundeskanzlerin

Die Einleitung des Verfahrens nach Art. 50 EU-Vertrag durch das Vereinigte Königreich ändert unmittelbar nichts an der aufenthaltsrechtlichen Stellung von Deutschen und anderen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern im Vereinigten Königreich. Auch die britische Regierung hat bestätigt, dass die Rechte und die Stellung der im Vereinigten Königreich lebenden EU-Bürgerinnen und EU-Bürger bis zum Austritt unverändert fortgelten. Die Botschaft geht daher nicht davon aus, dass das laufende Verfahren nach Art. 50 EU-Vertrag zu Änderungen der Einreisebestimmungen führt. Allgemeine Informationen für Deutsche zur Einreise in das Vereinigte Königreich sind auf der Internetseite des Auswärtigen Amts veröffentlicht und werden bei Bedarf laufend aktualisiert.

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Die Botschaft kann keine generelle Empfehlung aussprechen, ob die britische Staatsangehörigkeit erworben werden sollte. Die Annahme einer ausländischen Staatsangehörigkeit ist eine individuelle Entscheidung, die von persönlichen (Lebens)Umständen abhängt und in jedem Staat an Voraussetzungen gebunden ist. Welche Rechte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger im Vereinigten Königreich nach dem Brexit haben werden, ist bislang noch nicht entschieden.

Zu Fragen in Bezug auf die doppelte Staatsangehörigkeit/Beibehaltungsgenehmigung siehe unten Nr. 13 – 16.

Die Voraussetzungen, die für den Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit erfüllt werden müssen, richten sich nach britischem Recht. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des britischen Home Office.

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Die Botschaft kann keine Empfehlung dahingehend aussprechen, ob eine Permanent Residence Card beantragt werden sollte. Solange das Vereinigte Königreich ein Mitglied der EU ist, benötigen weder Deutsche noch andere EU-Bürgerinnen und EU-Bürger eine Permanent Residence Card. Unter welchen Voraussetzungen ein Recht zum Aufenthalt im Vereinigten Königreich besteht, ergibt sich aus der Immigration (European Economic Area) Regulation 2016, der britischen Umsetzung der Freizügigkeitsrichtlinie der EU. Die Permanent Residence Card dient bislang lediglich der Dokumentation eines ohnehin bestehenden Aufenthaltsrechts. Sie ist deklaratorisch und nicht konstitutiv (rechtsbegründend). Dies ist auch die Position der britischen Regierung. Wenn Sie jedoch die britische Staatsangehörigkeit beantragen möchten, ist nach Information des britischen Innenministeriums (Home Office) hierfür zunächst ein „Permanent Residence Document“ erforderlich. Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des britischen Home Office.

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Informationen zur online-Beantragung einer Permanent Residence Card finden Sie auf den Seiten des britischen Home Office. Auf dieser Seite wird auch auf die Möglichkeit der Nutzung des „European Passport Return Service“ hingewiesen. Dieser Service wird bei online-Antragstellung angeboten und ermöglicht es, über die auf der Internetseite genannten lokalen Behörden eine Kopie des Reisepasses anstelle des Originals beim Home Office einzureichen.

Die Ausstellung eines Zweitpasses durch die deutsche Botschaft ist in der Regel nicht möglich. Nach dem Passgesetz gilt der Grundsatz, dass niemand mehrere deutsche Pässe besitzen darf. Sie haben jedoch generell die Option, zusätzlich zu Ihrem deutschen Reisepass einen deutschen Personalausweis zu beantragen. Weitere Informationen einschließlich eines Links zum Terminbuchungssystem finden Sie hier auf unserer Internetseite.

Home Office: Apply for a document certifying permanent residence as an EEA or Swiss national

Botschaft London: Informationen für Personalausweisantragsteller

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Botschaft keine Kapazitäten für Einzelberatungen zu Vorgängen britischer Verwaltungsbehörden hat, z.B. Beantragung der Permanent Residence Card oder der britischen Staatsangehörigkeit. Das zuständige Home Office hat ausführliche Informationen auf seiner Internetseite bereitgestellt:

https://www.gov.uk/eea-registration-certificate/overview

https://visas-immigration.service.gov.uk/product/eea-pr

https://www.gov.uk/government/publications/apply-for-a-document-certifying-permanent-residence-or-permanent-residence-card-form-eea-pr

Studierende und so genannte „self-sufficient persons“ (wie z.B. nicht-erwerbstätige deutsche Ehegatten von Briten) stehen häufig vor dem Problem, die für die Ausübung der Freizügigkeit notwendige Krankenversicherung nachweisen zu müssen. Welche Dokumente hierfür vorzulegen sind, wird nach britischem Recht bestimmt und unterliegt der Auslegung der zuständigen britischen Behörden. Derzeit erkennt das britische Home Office die bloße Teilnahme am NHS nicht als ausreichend für den erforderlichen CSI-Nachweis an (nähere Hinweise finden Sie ab Seite 30 in der vom Home Office veröffentlichten „Guidance". Mehr

Dies führt nach unserer Kenntnis dazu, dass ein Antrag auf Permanent Residence Card gegebenenfalls abgelehnt würde, wenn kein ausreichender CSI-Nachweis geführt wird.

Das Home Office hat am 27.03.2017 in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage die derzeitige Praxis näher erläutert: "[….]However, because it is relatively straight forward to rectify and establish a right to reside in the UK, longstanding Home Office practice is not to seek the removal of EU nationals solely because they do not have comprehensive sickness insurance but have otherwise met the requirements under EU law."

Home Office Antwort

Die deutsche Staatsangehörigkeit wird grundsätzlich durch Abstammung vermittelt. Das heißt, Ihr Kind erwirbt automatisch mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Ist das Kind nicht ehelich geboren und ist nur der Vater Deutscher, so bedarf es einer nach deutschen Gesetzen wirksamen Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft. Nähere Informationen zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit finden Sie auf unserer Internetseite. Mehr

Hat Ihr Kind durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben, so können Sie für Ihr Kind in der Regel direkt einen deutschen Pass oder Personalausweis beantragen, eine vorherige Beantragung der deutschen Staatsangehörigkeit ist nicht vorgesehen. Nähere Informationen zur Passbeantragung finden Sie unserer Internetseite. Mehr

Bitte prüfen Sie jedoch vor der Buchung eines Passtermins, ob für Ihr Kind zunächst eine Namenserklärung abgegeben werden muss. Alle Informationen hierzu finden Sie auf unseren Internetseiten unter „Namensrecht“. Mehr

Eine Registrierung der Geburt Ihres Kindes oder Beantragung einer deutschen Geburtsurkunde ist nur erforderlich, wenn Sie als deutscher Elternteil selbst nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden. Weitere Informationen hierzu haben wir auf unserer Internetseite eingestellt. Mehr

Es hat nach derzeitigem deutschen Recht keinen Einfluss auf die deutsche Staatsangehörigkeit Ihres Kindes, wenn das Kind automatisch durch Geburt auch weitere Staatsangehörigkeiten erwirbt.

Bei Passanträgen und auf Nachfrage deutscher Behörden ist der Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit auf jeden Fall mitzuteilen. Beim nächsten Passtermin sollte die britische Einbürgerungsurkunde vorgelegt werden. Ob darüber hinaus weitere Mitteilungspflichten in Bezug auf den Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit bestehen, erfragen Sie bitte bei der für den jeweiligen Einzelfall zuständigen innerdeutschen Behörde.

Es hängt vom Einzelfall ab, ob und gegebenenfalls auf welchem Weg eine Änderung des Namens im deutschen Pass möglich ist. Eine britische Namensänderung („deed poll“) kann von uns grundsätzlich nicht anerkannt werden. Sie können aber möglicherweise eine deutsche Namenserklärung abgeben oder einen Antrag auf eine öffentlich-rechtlich Namensänderung stellen und anschließend einen neuen Pass auf den geänderten Namen beantragen. Allgemeine Informationen zu Namenserklärungen haben wir auf unserer Internetseite eingestellt:

Botschaft London: Namensrecht und Personenstandswesen

Nach dem geltenden deutschen Staatsangehörigkeitsrecht verliert ein/e Deutsche/r seine deutsche Staatsangehörigkeit nicht, wenn er/sie nach dem 28.08.2007 die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz erwirbt. Wenn Sie vor dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs von den britischen Behörden eingebürgert werden, verlieren Sie nach derzeitigem deutschem Recht die deutsche Staatsangehörigkeit nicht und benötigen keine Beibehaltungsgenehmigung.

Der EU-Austritt Großbritanniens hat grundsätzlich keinen Einfluss auf Ihre bestehende deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt bereits Doppelstaater sind, müssen Sie sich nicht zwischen der deutschen und der britischen Staatsangehörigkeit entscheiden. Allerdings verliert ein/e Deutsche/r mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf seinen Antrag die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn er/sie nicht zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung der zuständigen deutschen Staatsangehörigkeitsbehörde erhalten hat. Dies würde nach dem EU-Austritt Großbritanniens auch für den Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit gelten, wenn keine entsprechende Sonderregelung getroffen werden sollte. (siehe Antwort zur nächsten Frage).

Wenn Ihre Einbürgerung vor dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs erfolgt, benötigen Sie nach dem geltenden deutschen Recht keine Beibehaltungsgenehmigung.

Wenn die Einbürgerung in das Vereinigte Königreich erst nach dem EU-Austritt erfolgt, müssten die dann zum Zeitpunkt der Einbürgerung geltenden Regelungen beachtet werden. Sobald es hierzu nähere Informationen gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

Es ist möglich, dass Sie dann zur Beibehaltung Ihrer deutschen Staatsangehörigkeit vor Ihrer Einbürgerung eine „Beibehaltungsgenehmigung“ beantragen müssten. Bitte beachten Sie aber, dass dieser Antrag zurzeit noch nicht gestellt werden kann, da das Vereinigte Königreich noch EU-Mitglied ist. Wenn absehbar ist, dass Sie in der Tat erst nach EU-Austritt des Vereinigten Königreichs eingebürgert würden, informieren Sie sich bitte nochmals auf unserer Internetseite und den Internetseiten des Bundesverwaltungsamtes.

Botschaft London: Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung in einem anderen Staat

Bundesverwaltungsamt: Fragen und Antworten zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit

Der Antrag kann zurzeit noch nicht gestellt werden, da das Vereinigte Königreich noch EU-Mitglied ist und damit eine Beibehaltungsgenehmigung heute nicht erforderlich ist. Ein solcher Antrag würde derzeit als unzulässig abgelehnt werden. Das Bundesverwaltungsamt ist sich jedoch der Problematik bewusst. Sobald nähere Informationen dazu vorliegen, wie zukünftig mit der Frage der Beibehaltungsgenehmigung umzugehen ist, werden wir sie hier veröffentlichen.

Ehegatten von Deutschen können in der Regel nicht eingebürgert werden, wenn die Familie im Ausland wohnt. Die zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde, das Bundesverwaltungsamt in Köln, hat bestätigt, dass eine (auch langjährige) Ehe mit einem Deutschen und der Wunsch nach einer einheitlichen Staatsangehörigkeit in der Familie allein nicht als Einbürgerungsgründe ausreichen.

Hintergrund ist, dass nach dem geltenden deutschen Staatsangehörigkeitsrecht eine Einbürgerung im Ausland nur in Ausnahmefällen möglich ist. Zusätzlich zu den allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen (wie sehr guten Deutschkenntnissen und engen Bindungen an Deutschland) muss in diesen Fällen der sog. Ermessenseinbürgerung ein besonderes öffentliches Interesse an der Einbürgerung vorliegen. Das Bundesverwaltungsamt würde prüfen, ob es nach allgemeinen politischen, wirtschaftlichen und/oder kulturellen Gesichtspunkten für Deutschland vorteilhaft ist, Ihren Ehegatten ausnahmsweise trotz des Wohnsitzes im Ausland einzubürgern.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite sowie den Internetseiten des Bundesverwaltungsamtes:

Botschaft London: Ermessenseinbürgerung
Bundesverwaltungsamt: Fragen und Antworten zur Einbürgerung

Solange das Vereinigte Königreich ein EU-Mitgliedstaat ist, stehen den Briten dieselben Freizügigkeitsrechte wie anderen EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern zu. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Botschaft derzeit keine Auskunft darüber geben kann, wie sich der aufenthaltsrechtliche Status britischer Staatsangehöriger in Deutschland nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestaltet. Dies wird maßgeblich von den Austrittsverhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU abhängen und von evtl. Weiterentwicklungen des Rechts in Deutschland und der EU.

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