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Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung in einem anderen Staat

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Gemäß §25 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) verlieren deutsche Staatsangehörige, die auf Antrag eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben, grundsätzlich automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, sofern nicht vorab die schriftliche Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit (Beibehaltungsurkunde) erteilt wurde.

Der automatische Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit ohne Antrag führt nicht zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Wer z.B. durch Geburt eine ausländische und gleichzeitig durch Abstammung von einem deutschen Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat, verfügt über beide Staatsangehörigkeiten, ohne dass es eines Antrages auf Beibehaltungsgenehmigung bedarf.

Einbürgerung in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und der Schweiz

Seit einer am 28.08.2007 in Kraft getretenen Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes verlieren Deutsche die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr, wenn die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz nach diesem Stichtag erworben wird.

Ein Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung ist in dieser Konstellation somit nicht erforderlich und die deutsche Staatsangehörigkeit kann automatisch beibehalten werden.

Sog. Altfälle profitieren von dieser Regelung jedoch nicht: Wer vor dem 28.08.2007 die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedsstaats oder der Schweiz erworben hat, ohne dass vorher eine Beibehaltungsgenehmigung beantragt wurde, hat die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch nach § 25 StAG verloren. Diese Personen können unter Umständen einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellen.

Einbürgerungen in anderen Staaten

Sofern Sie sich in einem anderen Staat, bspw. im Vereinigten Königreich, einbürgern lassen und gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit beibehalten möchten, besteht die Möglichkeit, eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen. Für im Ausland lebende Deutsche ist das Bundesverwaltungsamt in Köln für die Erteilung von Beibehaltungsgenehmigungen zuständig. Ihren Antrag reichen Sie bitte über die für Ihren Wohnort zuständige Auslandsvertretung ein.

In diesem Verwaltungsverfahren werden auch die privaten Motive des Antragstellers berücksichtigt. Fortbestehende Bindungen an Deutschland und gewichtige Gründe für den Erwerb der anderen Staatsangehörigkeit müssen nachgewiesen werden.

Bitte machen Sie im Antragsformular detaillierte Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit, z. B. Informationen über konkrete Erleichterungen/Vergünstigungen im Falle der Einbürgerung oder die Vermeidung/Beseitigung konkreter Nachteile (z.B. in der Ausbildung oder im Studium; in der Berufsausübung; bei der Vergabe von Stipendien oder Fördergeldern; bei geschäftlichen Beziehungen; bei Erwerb/Verkauf von Immobilien; im Erbrecht; im Aufenthaltsrecht). Gegebenheiten, die allgemein jede ausländische Person gegenüber Einheimischen benachteiligen, sind nicht ausreichend, um eine Beibehaltungsgenehmigung zu erteilen. Wichtig ist, dass Sie in Ihrer konkreten, individuellen Situation hiervon besonders betroffen sind. Bitte stellen Sie auch Ihre fortbestehenden Bindungen an Deutschland detailliert dar. Bitte fügen Sie möglichst aussagefähige Nachweise zu den vorgetragenen Gründen bei.

Antragstellung bei den deutschen Auslandsvertretungen im Vereinigten Königreich

Sie benötigen für die Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung folgende Dokumente:

  • Antragsformular in zweifacher Ausführung
  • beglaubigte Kopie Ihres deutschen Ausweisdokumentes
  • beglaubigte Kopie Ihres hiesigen Aufenthaltstitels

Sofern Sie über „settled status“ verfügen und zum Nachweis darüber von den britischen Behörden einen Link mit Zugangscode erhalten haben: Bitte melden Sie sich dort mit den Zugangsdaten selbst an, drucken Sie den Nachweis aus und fügen Sie den Ausdruck Ihren Antragsunterlagen bei – eine Beglaubigung dieses Ausdruckes ist nicht erforderlich.

Derzeit können die Deutschen Auslandsvertretungen im Vereinigten Königreich leider keine Termine für Kopiebeglaubigungen anbieten. Alternativ kann die Kopiebeglaubigung bei einem Notary Public erfolgen. Sollte Ihnen dies aufgrund der momentanen Gegebenheiten nicht möglich sein, so genügen zunächst einfache Kopien der Dokumente. Ihre vollständigen Antragsunterlagen übersenden Sie uns bitte per Post an:

Legal and Consular Section
23 Belgrave Square
London, SW1X 8PZ

bzw. an:

Consulate General Edinburgh
Legal and Consular Section
16 Eglinton Crescent
Edinburgh
EH12 5DG

Sie erhalten von uns eine Eingangsbestätigung, nachdem Ihr Antrag an das Bundesverwaltungsamt weitergeleitet wurde und uns von dort das Aktenzeichen zu Ihrem Vorgang vorliegt. Bitte beachten Sie, dass dies ca. drei Monate in Anspruch nehmen wird.
Sofern im laufenden Verfahren ergänzende Angaben oder Unterlagen erforderlich sind, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung. Anderenfalls melden wir uns erst, wenn über Ihren Antrag abschließend entschieden wurde. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Anfragen zum Sachstand Ihres Antrages innerhalb von zehn Monaten nach Antragstellung nicht beantwortet werden können.

Mit Fragen im Einzelfall können Sie sich gerne über das Kontaktformular an die zuständige Auslandsvertretung oder direkt an das Bundesverwaltungsamt wenden.  

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