Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Erbrecht und Nachlassangelegenheiten

Antrag auf Erteilung eines Erbscheins oder Testamentsvollstreckerzeugnisses

Um über Nachlass in Deutschland verfügen zu können, muss häufig ein von einem deutschen Nachlassgericht erteilter Erbschein oder ein Testamentsvollstreckerzeugnis vorgelegt werden.

In der Regel beinhaltet der Antrag u.a. eine eidesstattliche Versicherung und muss daher vom zuständigen Nachlassgericht oder einem Notar in Deutschland beurkundet werden.

Außerhalb Deutschlands kann eine Versicherung an Eides statt lediglich durch einen hierzu ermächtigten Konsularbeamten an einem deutschen Generalkonsulat oder einer Botschaft abgenommen werden. Im Vereinigten Königreich kann die Beurkundung nur bei der Botschaft London vorgenommen werden.

Die deutschen Auslandsvertretungen im Vereinigten Königreich bieten Ihnen unter untenstehendem Link einen Fragebogen als Download an, der zur Vorbereitung eines Erbscheinsantrages dient. Bitte drucken Sie den Fragebogen aus und füllen Sie ihn so komplett wie möglich aus. Anschließend übersenden Sie den Fragebogen bitte an die Botschaft London unter Beifügung von einfachen Kopien der zur Verfügung stehenden Personenstandsurkunden, Testamente, etc.

Falls es ein Testament gibt, werden ebenfalls Informationen über ein eventuell durchgeführtes Probate-Verfahren benötigt. Sofern kein Probate-Verfahren stattgefunden hat, wird das deutsche Nachlassgericht in der Regel die Vorlage des Original-Testaments zwecks Eröffnung verlangen.

Auf der Grundlage Ihres Fragebogens wird die Botschaft einen Erbscheinsantrag entwerfen und Sie anschließend zur Vereinbarung eines Termins für die Beurkundung der Erbscheinsverhandlung kontaktieren.

Für die Beurkundung wird eine Gebühr anfallen, die in bar oder per Kreditkarte (Visa/Mastercard, keine debit cards) zu entrichten ist. Bei Kreditkartenzahlung erfolgt die Belastung in EUR und kann bei britischen Kreditkarten zu einem Auslandseinsatzentgelt führen. Erkundigen Sie sich daher bitte bei der Terminabsprache über deren Höhe. Die Gebühr richtet sich nach dem Wert des Nachlasses.

Aufgrund der großen Anzahl eingehender Erbscheinsanträge wird darauf hingewiesen, dass die Bearbeitung Ihres Antrages derzeit 5-6 Monate dauern kann. Die Bearbeitung der Eingänge erfolgt in chronologischer Reihenfolge. Es wird um Verständnis für diese Verzögerung gebeten. Die Botschaft wird so schnell wie möglich mit Ihnen Kontakt aufnehmen um einen Beurkundungstermin zu vereinbaren. In der Zwischenzeit möchten wir Sie bitten, von Sachstandsanfragen abzusehen.

Nach Beurkundung muss der Antrag von Ihnen nebst beglaubigten Kopien der erforderlichen Personenstandsurkunden an das zuständige Nachlassgericht in Deutschland übersandt werden. Bitte beachten Sie, dass die Nachlassgerichte regelmäßig Übersetzungen fremdsprachiger Urkunden und Testamente verlangen, auch wenn diese für die Beurkundung in der Botschaft zunächst nicht erforderlich sind. Das Nachlassgericht wird für die Erteilung des Erbscheins oder Testamentsvollstreckerzeugnisses eine weitere Gebühr erheben.

Bitte beachten Sie, dass die deutsche Botschaft Ihnen lediglich bei der Vorbereitung und Beurkundung des Erbscheinantrags behilflich sein kann. Sie oder Ihr Vertreter müssen den Antrag selbst beim zuständigen Nachlassgericht einreichen und sich um das folgende Verfahren kümmern. Eine individuelle Rechtsberatung oder Vertretung im Nachlassverfahren kann durch die Botschaft nicht geleistet werden. Hierfür müssten Sie sich ggf. an einen Vertreter der rechtsberatenden Berufe wenden.

Bei weiteren Fragen zum Verfahren wenden Sie sich bitte schriftlich oder per E-Mail an die Botschaft London. Die Anschrift finden Sie u.a. im Erbrechtsfragebogen.

nach oben