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Namenserklärung für ein im Ausland geborenes Kind

Die Namensführung eines deutschen Staatsangehörigen richtet sich nach deutschem Recht unabhängig von der Eintragung in ausländischen Geburtsurkunden.

1. Wenn die Eltern bei der Geburt des Kindes verheiratet sind

Ein Kind, dessen Eltern bei seiner Geburt verheiratet sind und einen Ehenamen führen, erhält mit Geburt den Ehenamen der Eltern als Nachnamen. Eine Namenserklärung ist nicht erforderlich. Haben Sie bei der Eheschließung außerhalb Deutschlands einen Ehenamen erklärt, fragen Sie bitte vorab per E-Mail bei uns nach, ob dieser nach deutschem Recht als Ehename anerkannt wird.

Sind die Eltern bei Geburt des Kindes verheiratet und führen keinen Ehenamen, ist eine Namenserklärung zum Geburtsnamen erforderlich. Haben Sie jedoch bereits für ein Geschwisterkind eine Namenserklärung abgeben und dabei deutsches Recht und den Namen des Vaters oder der Mutter gewählt, gilt diese Namenswahl automatisch auch für alle weiteren Kinder, ohne dass es einer erneuten Namenserklärung bedarf. Legen Sie in diesen Fällen bei der Passantragstellung einen Nachweis über die Namenserklärung für das Geschwisterkind mit vor. Falls Sie nicht sicher sind, fragen Sie bitte vorher nach.

2. Wenn die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht verheiratet sind

Ein Kind, dessen Eltern bei seiner Geburt nicht verheiratet sind, erhält in der Regel mit Geburt den Nachnamen der Mutter. Wird dieser Nachname gewünscht, ist keine Namenserklärung erforderlich. Wünschen die Eltern einen anderen Nachnamen, kann der Name durch eine Namenserklärung geändert werden.

3. Namenserklärung zur Erklärung des in der britischen (oder anderen europäischen) Geburtsurkunde eingetragen Namens

Seit dem 29. Januar 2013 gibt es eine neue gesetzliche Regelung (Artikel 48 EGBGB), wonach auch Familiennamen, die während eines gewöhnlichen Aufenthaltes in einem EU-Land erworben und dort in ein Personenstandsregister eingetragen wurden, für den deutschen Rechtsbereich Anerkennung finden, sofern dies nicht den wesentlichen Grundsätzen des deutschen Namensrechts widerspricht. Wird ein solcher Name für ein Kind gewählt, ist hierfür eine Namenserklärung abzugeben. In der Regel kann damit der in der britischen Geburtsurkunde eingetragene Familienname des Kindes (auch ein Doppelname) zum Geburtsnamen erklärt werden. Eine Namenserklärung nach Art. 48 EGBGB erstreckt sich nicht auf weitere Kinder, d.h. für jedes Kind muss eine Namenserklärung abgegeben werden.

4. Namenserklärung zur Erklärung des Namens nach dem ausländischen Heimatrecht eines Elternteils

Ist ein Elternteil nicht (nur) deutsch, kann in der Regel auch das Namensrecht des Staates, dessen Nationalität ein Elternteil besitzt, für die Namensführung des Kindes gewählt werden. Durch diese Rechtswahl kann auch ein deutsches Kind einen Geburtsnamen erhalten, der nach den deutschen Sachvorschriften nicht zulässig ist, möglicherweise auch ein Doppelname. Legen Sie bitte Nachweise vor, dass der gewünschte Name nach dem ausländischen Recht möglich ist. Wird für eine Namenserklärung ausländisches Recht gewählt, erstreckt sich diese Namenswahl nicht auf weitere Kinder, d.h. für jedes Kind muss eine Namenserklärung abgegeben werden.

Wenn Sie eine Namenserklärung für Ihr Kind abgeben möchten, buchen Sie bitte einen Termin für eine Namenserklärung (siehe Link unten auf der Seite).

Wenn Sie Ihre Namenserklärung über einen unserer Honorarkonsuln abgeben möchten oder es sich um eine Leihmutterschaft handelte, kontaktieren Sie uns bitte vorab:

Kontaktformular Namensrecht bei der Botschaft in London

Kontaktformular des Generalkonsulats in Edinburgh

Beide sorgeberechtigten Elternteile müssen persönlich bei dem Termin anwesend sein, da Ihre Unterschriften auf der Namenserklärung beglaubigt werden müssen. Wenn Ihr Kind 14 Jahre alt oder älter ist, ist auch die Anwesenheit des Kindes erforderlich. Volljährige Kinder können die Namenserklärung alleine abgeben, müssten aber auch die unten genannten Dokumente zu den Eltern mit vorlegen.

Folgende Dokumente müssen im Original und mit je zwei Kopien zum Termin mitgebracht werden:

  • Ausgefülltes Formular für die Namenserklärung (bitte nur die erste Seite gut leserlich ausfüllen, Formular noch nicht unterschreiben!),
  • gültige Reisepässe beider Elternteile (oder deutscher Personalausweis)
  • deutscher oder ausländischer Reisepass des Kindes, falls bereits vorhanden
  • Geburtsurkunden beider Elternteile
  • Geburtsurkunde des Kindes – benötigt wird die „lange“ Version, in der auch die Eltern eingetragen sind
  • Wenn Sie eine Rechtswahlerklärung abgeben möchten (siehe oben, Nr. 4), einen Nachweis (z.B. Geburtsurkunde oder Reisepass, ausgestellt von dem betreffenden Staat), dass das Kind den gewünschten Namen in dem in Frage kommenden Staat führt
  • Heiratsurkunde bzw. Urkunde über die eingetragene Lebenspartnerschaft, falls Eltern verheiratet
  • rechtskräftiges Scheidungsurteil, falls ein Elternteil geschieden ist
  • Einbürgerungsurkunde, falls ein Elternteil eingebürgert wurde, oder Staatsangehörigkeitsausweis (falls vorhanden)
  • Wohnsitznachweis für Großbritannien (z.B. Council Tax Bill oder Utility Bill)
  • Abmeldebescheinigung aus Deutschland oder eine aktuelle Meldebescheinigung vom (letzten) deutschen Wohnsitz
  • grundsätzlich Übersetzungen fremdsprachiger Dokumente (meist nicht erforderlich bei englischen oder internationalen Dokumenten, z.B. internationale mehrsprachige Geburtsurkunde)
  • Geburtsurkunden von allen weiteren gemeinsamen Kindern – benötigt wird die „lange“ Version, in der auch die Eltern eingetragen sind
  • Namensbescheinigungen von Geschwisterkindern, falls vorhanden

Weitere Unterlagen können je nach Fallkonstellation erforderlich sein und würden im Nachhinein von dem zuständigen Standesamt angefordert.

Insbesondere kann es zur Nachforderung deutscher Übersetzung auch von englischsprachigen Urkunden kommen. Auch werden gelegentlich Apostillen auf ausländischen Urkunden nachgefordert.