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FAQ und Informationen zum Brexit

Stand: 14.01.2021

Das Vereinigte Königreich ist am 31.01.2020 aus der Europäischen Union ausgetreten.

Das Austrittsabkommen ist in Kraft getreten. Es garantiert unter anderem die Rechte der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger im Vereinigten Königreich.

Am 31.12.2020 endete eine Übergangszeit, auf die sich das Brexit-Übergangsgesetz der Bundesregierung bezieht.

Ab 1. Januar 2021 wird das Ende Dezember vereinbarte Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich vorläufig angewendet. Die hier aufgeführten Informationen werden vor diesem Hintergrund laufend angepasst. Für Rückfragen und Hinweise können Sie unser Kontaktformular nutzen.

1. Einreise für Deutsche in das Vereinigte Königreich

Die britische Regierung hat angekündigt, EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ab 01.01.2021 für die Einreise und Aufenthalt neuen Regeln zu unterwerfen.

Die vollständigen britischen Visumvorschriften für Ausländer finden Sie auf der Webseite der Britischen Regierung.

Nach Mitteilung der britischen Regierung benötigen deutsche Staatsangehörige auch nach dem 01.01.2021 für Besuchs- und Geschäftsreisen von längstens 180 Tagen kein Visum.

Mehr auf gov.uk: Visiting the UK after Brexit

Am 31.12.2020 endete die Freizügigkeit zwischen der EU und das Vereinigte Königreich. Wer nach diesem Datum den Wohnsitz in das Vereinigte Königreich verlegen möchte, z. B. um im Vereinigten Königreich zu arbeiten oder zu studieren oder um zur Familie nachzuziehen, muss vorher ein Visum beantragen. Die Erteilung des Visums hängt davon ab, ob er festgelegte Kriterien erfüllt.

Mehr auf gov.uk: Visas and Immigration

Nach Auskunft der britischen Regierung ist die Einreise für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger auch nach dem Brexit mit Personalausweis und Reisepass bis zum 30.09.2021 erlaubt. Bisher reicht es, wenn der Reisepass bzw. der Personalausweis für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig ist. Ab dem 01.10.2021 ist die Einreise für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger dann nur noch mit einem gültigen Reisepass möglich. Sollten Sie über einen „Settled Status“ oder auch „Pre-Settled Status“ verfügen, dürfen Sie darüber hinaus auch mit Ihrem Personalausweis noch bis 2025 einreisen, sofern Sie Ihren Status auf der Grundlage dieses Personalausweises erhalten haben.

Mehr auf gov.uk: Visiting the UK after Brexit

2. Aufenthaltsstatus für Deutsche und ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich

Im Vereinigten Königreich ansässige EU-Bürgerinnen und EU-Bürger müssen einen Antrag im Rahmen des EU Settlement Scheme stellen, um nach dem 30.06.2021 weiter im Vereinigten Königreich leben zu dürfen. Sie können, abhängig von der Dauer ihres bisherigen Aufenthaltes, sog. „Pre-Settled Status“ oder „Settled Status“ erhalten. Was sich nach Ablauf der Übergangszeit darüber hinaus ändern wird, hängt vom Ausgang der laufenden Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ab.

EU Studierende, die sich bereits vor dem 31.12.2020 im Vereinigten Königreich niedergelassen haben, müssen im Rahmen des „EU Settlement Scheme“ einen Antrag stellen, um die mit „Settled Status“ oder „Pre-Settled Status“ verbundenen Rechte sichern zu können. Sie müssen einen Wohnsitz begründet haben und auch physische Anwesenheit beweisen können.

EU Studierende, die erst nach dem 31.12.2020 für ihr Studium in das Vereinigte Königreich ziehen, müssen vorab kostenpflichtig ein Studentenvisum beantragen, auch wenn ihre Kurse bereits 2020 begonnen haben. Sie haben dann auch deutlich weniger Rechte als diejenigen, die „Settled Status“ bzw. „Pre-Settled Status“ erhalten haben.

Universities UK beantwortet Fragen rund um den Brexit zu folgenden Punkten:

  1. When does the post-Brexit transition period end?
  2. What do the UK-EU negotiations on a future relationship mean for universities, their students and staff?
  3. What should EU and EEA students starting a course in 2020/21 expect?
  4. Will tuition fees for EU/EEA students studying at UK universities change as a result of Brexit?
  5. What about students participating in the Erasmus+ exchange programme?
  6. Will the UK continue to have access to EU funding for research and innovation?
  7. Will UK universities still be able to employ staff from other EU/EEA countries?

Mehr zu den FAQs von Universities UK

Informationen zum Brexit des UK Council for International Student Affairs

Linkliste zu Brexit und dem Hochschulbereich auf der Webseite der DAAD-Außenstelle London

Grundsätzlich gilt: EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die bereits vor dem Brexit im Vereinigten Königreich gewohnt haben, können bleiben. Es kommt nicht darauf an, ob sie gearbeitet oder Geld verdient haben. Sie müssen jedoch möglichst vor dem 31.12.2020, spätestens aber bis 30.06.2021 einen Settled-Status oder Pre-Settled Status beantragt haben und dürfen keine schweren Straftaten begangen haben.

Seit 30.03.2019 läuft das elektronische Antragsverfahren nach dem sog.EU Settlement Scheme“. Es besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil erfolgt die Identifikation als EU-Bürgerin oder EU-Bürger. Hierzu ist ein Reisepass mit einem modernen Chip und ein neueres Mobiltelefon (Android oder Iphone 7 (oder neuer)) erforderlich. Durch eine App werden die im Chip enthaltenen Daten an das Home Office übermittelt. Im zweiten Teil muss online ein Fragebogen ausgefüllt werden. Im Ausnahmefall können beim Home Office schriftliche Antragsunterlagen angefordert werden. Allerdings müssen dafür Personalausweis oder Reisepass per Post an das Home Office übersandt werden.

Wer (auch) die britische oder die irische Staatsangehörigkeit besitzt, benötigt keinen neuen Aufenthaltsstatus. Personen, die sowohl eine EU-Staatsangehörigkeit als auch die britische Staatsangehörigkeit haben und vor Erlangung der britischen Staatsangehörigkeit mindestens 5 Jahre die Rechte der Freizügigkeitsrichtlinie („Treaty Rights“) ausgeübt haben, dürfen zwar keinen Settled Status beantragen, genießen aber z.B. in Bezug auf Familiennachzug gleiche Rechte wie Personen mit Settled Status, also weitergehende Rechte als andere britische Staatsbürger. Es ist aus Beweisgründen ratsam, sämtliche Unterlagen sorgfältig aufzubewahren, welche die Ausübung der Rechte der Freizügigkeitsrichtlinie belegen, damit nicht nach vielen Jahren, wenn hilfsbedürftige Angehörige in das Vereinigte Königreich geholt werden müssen, komplizierte Beweisfragen zu weit zurückliegenden Tatsachen entstehen.

Das Antragsverfahren ist gebührenfrei. Während der Testphase gezahlte Gebühren werden erstattet.

Zur sog. Permanent Residence Card siehe Frage 4c

Die britische Regierung hat eine Reihe von Stellen eingerichtet, in denen man – ggf. gegen Gebühr – seinen Reisepass scannen lassen kann.

Eine Liste finden sie hier

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Botschaft keine Kapazitäten für Einzelberatungen zu Vorgängen britischer Verwaltungsbehörden hat, z.B. Beantragung des Settled Status, des Pre-Settled Status oder der britischen Staatsangehörigkeit. Das zuständige Home Office hat ausführliche Informationen auf seiner Internetseite bereitgestellt:

gov.uk/settled-status-eu-citizens-families/applying-for-settled-status

gov.uk/eea-registration-certificate/overview

visas-immigration.service.gov.uk/product/eea-pr

gov.uk/government/publications/apply-for-a-document-certifying-permanent-residence-or-permanent-residence-card-form-eea-pr

Bitte schreiben Sie der Botschaft eine Mail oder dem Generalkonsulat eine Mail, oder einen Brief und schildern Sie Ihren besonderen Fall. Die Botschaft wird sich bemühen, eine Lösung zu finden. Im Notfall kann ein Antrag im Rahmen des EU Settlement Scheme auch mit einem kürzlich abgelaufenen Reisepass beantragt werden, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die Beschaffung eines neuen Reisepasses derzeit nicht möglich ist. Aber einfacher und deutlich vorzuziehen ist die Beantragung mit einem gültigen Reisepass.

EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die den Settled Status erhalten haben, besitzen ein lebenslanges Daueraufenthaltsrecht (Ausnahmen siehe Frage 2h) im Vereinigten Königreich, verbunden mit dem Zugang zum Arbeitsmarkt, zum NHS, zu sozialen Leistungen und zu freier Bildung unter den gleichen Bedingungen wie britische Staatsbürger. Darüber hinaus haben Sie das Recht, bestimmte Familienangehörige zu sich zu holen, auch wenn diese keine Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaates haben.

Wenn Sie genau wissen möchten, welche Familienangehörigen unter welchen Bedingungen nachgeholt werden können, informieren Sie sich bitte auf der Internetseite des Home Office, telefonisch bei der dort angegebenen Hotline oder bei einem Fachanwalt für Ausländerrecht.

Ja, wenn Sie länger als 5 Jahre durchgehend im Ausland verbringen oder schwere Straftaten begehen. Sie sollten dringend darauf achten, vor Ablauf von 5 Jahren mindestens einen Tag in das Vereinigte Königreich zurück zu reisen und einen Beleg über diese Reise aufbewahren.

EU-Bürgerinnen und EU-Bürger mit „Pre-Settled Status“ haben ein auf 5 Jahre befristetes Aufenthaltsrecht mit dem gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt, zu freier Bildung wie britische Staatsbürger sowie bestimmte Rechte auf Familienzusammenführung. Es ist derzeit noch nicht geklärt, ob alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger mit „Pre-Settled Status“ oder nur diejenigen, die die Kriterien der EU-Freizügigkeitsrichtlinie erfüllen, uneingeschränkt Zugang zum NHS und zu sozialen Leistungen erhalten. Dies hängt von den Ergebnissen der derzeit laufenden Verhandlungen ab und wird anschließend an dieser Stelle kommuniziert.

Ja, unbedingt. Es gibt keine automatische Umwandlung von „Pre-Settled Status“ zu „Settled Status“. Vor Ablauf von 5 Jahren nach Erhalt des „Pre-Settled Status“ müssen Sie aktiv „Settled Status“ beantragt haben, anderenfalls verfällt Ihr Status.

3. Krankenversicherung

Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung galt im Vereinigten Königreich bis zum 31.12.2020, das heißt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC wurde bis 31.12.2020 weiter anerkannt. Danach gilt sie noch für alle jene, die sich bereits am 31.12.2020 in GBR befunden haben. Was mit Besuchern, Touristen ist, die danach einreisen, hängt von den Ergebnissen der derzeit laufenden Verhandlungen ab. Wir empfehlen allen Besuchern ab dem 01.01.2021 rein vorsorglich eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen.

Bei privater Krankenversicherung kontaktieren Sie bitte Ihren Versicherer zum Umfang ihres Versicherungsschutzes.

Mehr Informationen auf dvka.de

Alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, die vor dem 31.12.2020 ihren regelmäßigen Wohnsitz im Vereinigten Königreich begründet haben, können den NHS kostenlos in Anspruch nehmen. Wir empfehlen dringend, Pre-Settled oder Settled Status zu beantragen.

Nach Rechtsauffassung des britischen Home Office bedürfen bereits jetzt EU-Bürgerinnen und EU-Bürger einer privaten Krankenversicherung, wenn sie Studierende oder wenn sie weder in einem abhängigen Arbeitsverhältnis noch „self-employed“ sind (z.B. Hausfrau oder Hausmann). Die EU-Kommission hält diese Rechtsauffassung für unzutreffend.

Strittig sind auch die sozialen Rechte von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern, die Pre-Settled Status erhalten haben.

Was mit EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern ist, die ab dem 01.01.2021 in das Vereinigte Königreich ziehen, hängt von dem Ergebnis der derzeit laufenden Verhandlungen ab. Sie müssen damit rechnen, neben den Steuern, die den NHS finanzieren, zusätzliche Gebühren zahlen zu müssen (NHS Surcharge).

Mehr Informationen auf gov.uk

NHS-Versicherte werden in Deutschland bei Vorlage einer EHIC bis zum 31.12.2020 kostenlos behandelt. Danach gilt sie noch für alle jene, die sich bereits am 31.12.2020 in Deutschland befunden haben. Diese müssen jedoch eine neue UK-EHIC beantragen.

Briten, die bisher nicht in Deutschland gewohnt haben und nach dem 01.01.2021 nach Deutschland einreisen, müssen über eine Auslandsreisekrankenversicherung verfügen. Der Besitz der Krankenversicherung ist eine Einreisevoraussetzung nach dem Schengener Grenzkodex.

Mehr Informationen auf gov.uk

4. Staatsangehörigkeit

Die Botschaft kann keine generelle Empfehlung aussprechen, ob die britische Staatsangehörigkeit erworben werden sollte. Die Annahme einer ausländischen Staatsangehörigkeit ist eine individuelle Entscheidung, die von persönlichen (Lebens-) Umständen abhängt und in jedem Staat an Voraussetzungen gebunden ist.

Zu Fragen in Bezug auf die doppelte Staatsangehörigkeit/ Beibehaltungsgenehmigung siehe Fragen 4d–g und 4k.

Die Voraussetzungen, die für den Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit erfüllt werden müssen, richten sich nach britischem Recht. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Webseite des britischen Home Office.

Eine Permanent Residence Card dient der Dokumentation eines nach europarechtlichen Vorschriften erworbenen Daueraufenthaltsrechtes von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern. Unter welchen Voraussetzungen ein Recht zum Aufenthalt in Großbritannien besteht, ergibt sich aus der Immigration (European Economic Area) Regulation 2016, der britischen Umsetzung der Freizügigkeitsrichtlinie der EU. Diese Karte kann für alle Zeiten als schriftlicher Beweis dafür dienen, in Großbritannien über mehr als fünf Jahre seine Freizügigkeitsrechte ausgeübt zu haben. Sie konnte nur noch bis zum 31.12.2020 beantragt werden.

Für die Sicherung eines Aufenthaltsrechtes in Großbritannien definiert das „EU Settlement Scheme“ deutlich vereinfachte Voraussetzungen.

In bestimmten Fällen, z.B. wenn sich eine EU-Bürgerin oder ein EU-Bürger nach der mindestens 5-jährigen Ausübung der Rechte aus der Freizügigkeitsrichtlinie („Treaty Rights“) einige Zeit außerhalb von Großbritannien aufgehalten hat, prüft das Home Office im Rahmen der Beantragung des „Settled Status“, ob ein Daueraufenthaltsrecht erworben und nicht verloren wurde. Im Zweifel sollte die Hotline des Home Office oder ein Fachanwalt für Ausländerrecht konsultiert werden.

Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite des britischen Home Office.

Nach dem (seit 28.08.2007) geltenden deutschen Staatsangehörigkeitsrecht verliert ein/e Deutsche/r seine/ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht, wenn er/sie die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz erwirbt. Seit dem 31.01.2020 ist das Vereinigte Königreich kein Mitglied der EU mehr, und am 31.12.2020 endete die Übergangszeit.

Das am 17.01.2019 vom Bundestag verabschiedete Brexit-Übergangsgesetz sieht in § 3 Abs. 2 vor, dass Deutsche, die vor Ablauf des Übergangszeitraums (31.12.2020) einen Antrag auf Einbürgerung im Vereinigten Königreich gestellt haben, ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht nach § 25 Absatz 1 Satz 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes verlieren, auch wenn der Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit mit der Einschwörungszeremonie erst nach Ablauf des Übergangszeitraums erfolgt. Das bedeutet:

Wenn Sie vor dem Ende der Übergangszeit des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs von den britischen Behörden eingebürgert werden, oder den Antrag auf Einbürgerung gestellt haben, verlieren Sie die deutsche Staatsangehörigkeit nicht und benötigen auch keine Beibehaltungsgenehmigung. Ausschlaggebend ist dabei der Zeitpunkt der Antragstellung, nicht der Zeitpunkt der Einbürgerung (Einschwörungszeremonie). Ein Nachweis über den Zeitpunkt der Antragstellung ist unbedingt aufzubewahren (siehe Frage 4e).

Wenn Sie allerdings nach dem 01.01.2021 auf eigenen Antrag die britische Staatsangehörigkeit erwerben, ohne zuvor durch das Bundesverwaltungsamt eine Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit erhalten zu haben, verlieren Sie automatisch Ihre deutsche Staatsangehörigkeit.

Mehr zum Brexit-Übergangsgesetz finden Sie hier.

Sie werden bei Beantragung eines neuen deutschen Reisepasses angeben müssen, dass Sie die britische Staatsangehörigkeit auf Antrag erworben haben, und bei Einbürgerung nach dem Brexit-Datum dann auch beweisen müssen, dass Sie den Antrag vor dem Ende der Übergangszeit gestellt und aufgrund der Übergangsregelung die deutsche Staatsangehörigkeit deshalb nicht verloren haben.

Dieser Beweis kann auf dreierlei Weise angetreten werden:

  • Entweder, sofern Sie die britische Staatsangehörigkeit online beantragen, durch einen Ausdruck der erhaltenen und datierten Quittung für die erforderliche Online-Zahlung; in der Regel ist darauf vermerkt, dass Sie die britische Staatsangehörigkeit beantragt haben;
  • oder, sofern Sie die britische Staatsangehörigkeit ausnahmsweise in Papierform beantragen, durch einen Ausdruck des datierten Bestätigungsschreibens für die Beantragung, welches Ihnen das Home Office übersendet;
  • oder, sofern Sie sehr kurzfristig vor dem Brexit-Datum beantragen, der Antrag vor dem Brexit-Datum beim Home Office eingegangen ist, aber das Datum des Bestätigungsschreibens nach dem Brexit-Datum liegt, eine schriftliche Bestätigung des Home Office, dass Ihr Antrag vor dem Brexit-Datum dort eingegangen ist. Die Ausstellung dieser Bestätigung müssten Sie gesondert beim Home Office beantragen.

Bitte bewahren Sie diesen Nachweis dauerhaft und sicher auf, um auch zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. bei Beantragung eines deutschen Reisepasses, nachweisen zu können, dass Sie die deutsche Staatsangehörigkeit nicht nach § 25 Abs. 1 S. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz durch Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit verloren haben. Unabhängig davon wird generell empfohlen, alle Unterlagen und Dokumente, die im Zusammenhang mit der Beantragung der britischen Staatsangehörigkeit stehen, sorgfältig und dauerhaft aufzubewahren.

Wenn Sie nach dem 01.01.2021 einen Antrag auf Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit stellen und gleichzeitig Ihre deutsche Staatsangehörigkeit behalten wollen, müssen Sie vorher einen Antrag auf Genehmigung der Beibehaltung Ihrer deutschen Staatsangehörigkeit stellen. Den Antrag finden Sie hier

Wenn Sie Ihre Einbürgerung schon vor dem Ende der Übergangszeit des EU-Austritts des Vereinigten Königreichs, also vor dem 31.12.2020 beantragt haben, benötigen Sie nach dem geltenden deutschen Recht keine Beibehaltungsgenehmigung.

Nach § 15 Nr. 4 Passgesetz bzw. § 27 Abs. 1 Nr. 4 Personalausweisgesetz ist der Inhaber eines deutschen Passes bzw. Personalausweises verpflichtet, der jeweils zuständigen Passbehörde/ Personalausweisbehörde (bei gewöhnlichem Aufenthalt im Vereinigten Königreich der Botschaft in London oder dem Generalkonsulat in Edinburgh) unverzüglich den Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit anzuzeigen.

Bei Beantragung eines neuen deutschen Passes oder Personalausweises weltweit und immer dann, wenn von einer deutschen Behörde nach der Staatsangehörigkeit gefragt wird, müssen Sie den Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit angeben. Gerne können Sie nach Einbürgerung gescannte Kopien der Einbürgerungsurkunde und der Lichtbildseite Ihres deutschen Passes und ggf. des Nachweises über die fristgerechte Beantragung per E-Mail an uns übersenden. In jedem Fall bringen Sie bitte Ihre britische Einbürgerungsurkunde (oder den Nachweis der Beantragung siehe Frage 4e) zum Passtermin in der Botschaft/ im Generalkonsulat mit.

Gegenüber innerdeutschen Behörden können im Einzelfall auch weitere Mitteilungspflichten bestehen, die hier nicht alle erfasst werden können. Bitte erkundigen Sie sich bei der jeweiligen Behörde.

Kinder von deutschen Eltern erwerben die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Antrag, sondern automatisch durch Abstammung. Nähere Informationen zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit finden Sie auf unserer Webseite.

Hat Ihr Kind durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erworben, so können Sie für Ihr Kind in der Regel direkt einen deutschen Pass oder Personalausweis beantragen, eine vorherige Beantragung der deutschen Staatsangehörigkeit ist nicht vorgesehen. Nähere Informationen zur Passbeantragung finden Sie auf unserer Webseite.

Bitte prüfen Sie jedoch vor der Buchung eines Passtermins, ob für Ihr Kind zunächst eine Namenserklärung abgegeben werden muss. Alle Informationen hierzu finden Sie auf unserer Webseite unter Namensrecht.

Eine Registrierung der Geburt Ihres Kindes oder Beantragung einer deutschen Geburtsurkunde ist nur erforderlich, wenn Sie als deutscher Elternteil selbst nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurden. Weitere Informationen hierzu haben wir auf unserer Webseite eingestellt.

Es hat nach derzeitigem deutschen Recht keinen Einfluss auf die deutsche Staatsangehörigkeit Ihres Kindes, wenn das Kind automatisch durch Geburt auch weitere Staatsangehörigkeiten erwirbt.

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs und das Ende der Übergangszeit haben grundsätzlich keinen Einfluss auf Ihre bestehende deutsche Staatsangehörigkeit. Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt bereits Doppelstaater sind, müssen Sie sich nicht zwischen der deutschen und der britischen Staatsangehörigkeit entscheiden.

Nach dem geltenden deutschen Staatsangehörigkeitsrecht ist eine Einbürgerung im Ausland nur in Ausnahmefällen möglich. Ehegatten von Deutschen können in der Regel nicht eingebürgert werden, wenn die Familie im Ausland wohnt.

Die zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde, das Bundesverwaltungsamt in Köln, hat bestätigt, dass eine (auch langjährige) Ehe mit einem Deutschen und der Wunsch nach einer einheitlichen Staatsangehörigkeit in der Familie allein nicht als Einbürgerungsgründe ausreichen.

Zusätzlich zu den allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen (wie sehr guten Deutschkenntnissen und engen Bindungen an Deutschland) muss über das private Interesse hinaus ein besonderes öffentliches Interesse an der Einbürgerung vorliegen. Dieses Kriterium ist leider nur in seltenen Fällen erfüllt.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite sowie der Webseite des Bundesverwaltungsamts.

Das kommt häufig vor, z.B. wenn der deutsche Pass noch auf den Geburtsnamen ausgestellt wurde, nach Eheschließung aber ein neuer Name verwendet wird, ohne dass eine formelle Ehenamenserklärung für den deutschen Rechtsbereich abgegeben wurde. Oder wenn ein Kind außerehelich im Vereinigten Königreich geboren wurde, aber den Namen des Vaters oder z.B. einen Doppelnamen erhalten soll. Sie haben in diesen Fällen zwei Möglichkeiten:

  1. Sie passen den Namen im britischen Rechtsbereich dem Namen im deutschen Pass an, indem Sie z.B. eine Deed-Poll-Namenserklärung abgeben. Im Vereinigten Königreich ist es nämlich einfacher, seinen Namen im Pass ändern zu lassen als in Deutschland.
  2. Wenn Sie bzw. Ihr Kind jedoch den Namen aus dem britischen Pass auch im deutschen Pass führen wollen, gilt folgendes: Es hängt vom Einzelfall ab, ob und gegebenenfalls auf welchem Weg eine Änderung des Namens im deutschen Pass möglich ist. Eine britische Namensänderung („deed poll“) kann leider grundsätzlich nicht anerkannt werden. Sie können aber ggf. eine deutsche Namenserklärung abgeben und anschließend einen neuen Pass auf den geänderten Namen beantragen. Allgemeine Informationen zu Namenserklärungen haben wir auf unserer Webseite eingestellt.

Leider werden Namenserklärungen gem. Art. 48 EGBGB, nach denen ein Name aus einer Personenstandsurkunde eines EU-Mitgliedstaates (also z.B. einer britischen Geburtsurkunde) übernommen werden kann, nicht mehr möglich sein. Eine solche Erklärung kam bisher vor allem, aber nicht ausschließlich, in folgenden Konstellationen vor:

  • ein Doppelname (bestehend aus den Nachnamen beider Elternteile mit oder ohne Bindestrich) soll für ein minderjähriges (oder auch volljähriges) Kind bestimmt werden
  • ein minderjähriges Kind soll einen Namen erhalten, der nicht dem Familiennamen eines Elternteils entspricht (z.B. Name des Großvaters oder Vorname des Vaters oder gar ein Phantasiename)

Das wird leider schwierig, sobald der Art. 48 EGBGB (s.o.) wegfällt. Am sichersten ist es, wenn Sie sich direkt für den Namen der Mutter oder des Vaters entscheiden und diesen direkt in der britischen Geburtsurkunde eintragen lassen.

Sollte ein Elternteil noch eine andere Staatsangehörigkeit (außer der britischen und deutschen) besitzen, kann geprüft werden, ob eine alternative Art der Namenserklärung in Frage kommt (Wahl ausländischen Rechts).

Wenn eine einfache Namenserklärung nicht möglich ist, Sie aber an dem Doppelnamen festhalten wollen, kommt immer noch die sogenannte öffentlich-rechtliche Namensänderung in Frage. Auf Anfrage erhalten Sie dazu nähere Informationen.

5. Aufenthaltsstatus für Briten und ihre Angehörigen in Deutschland und Einreisevorschriften nach dem 01.01.2021

Seit dem 01.01.2021 haben britische Staatsangehörige und ihre drittstaatsangehörigen Familienangehörigen, die bis dahin zum Aufenthalt oder zum Arbeiten in Deutschland (oder einem anderen EU-Staat) berechtigt waren und von diesem Recht Gebrauch gemacht hatten, im Wesentlichen dieselben Rechte wie vor dem Austritt. Die Rechte werden also, sofern sie auch genutzt worden sind, weiterhin bestehen. Diese Rechte bestehen „kraft Gesetzes“, Sie können diese also ohne weiteres Zutun Ihrerseits geltend machen. Um nachweisen zu können, dass Sie Rechte nach dem Austrittsabkommen haben, benötigen Sie jedoch zwingend ein Aufenthaltsdokument, das Sie bei der an Ihrem Wohnort zuständigen Ausländerbehörde erhalten. Bis zum 30.06.2021 müssen britische Staatsangehörige, die am 31.12.2020 in Deutschland wohnen und weiterhin in Deutschland wohnen bleiben, ihren Aufenthalt bei der für ihren Wohnort zuständigen Ausländerbehörde anzeigen, um dann das neue Aufenthaltsdokument erhalten zu können. Dieses Privileg gilt jedoch nur für britische Staatsangehörige (Angabe im Pass: „British citizen“), die aufgrund ihres Status während der Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union als Unionsbürger behandelt wurden. Britische Staatsangehörige mit den Angaben „British overseas territories citizen“, „British overseas citizen“, „British subject“, „British national (overseas)“ und „British protected person“ im Reisepass sind hiervon nicht erfasst.

Das Bundesinnenministerium hat auf seiner Webseite umfassende Informationen zusammengestellt, die alle möglichen Szenarien beleuchten.

Britische Staatsangehörige (Angabe im Pass: „British citizen“) benötigen für Besuchs- und/ oder Geschäftsreisen mit einer Aufenthaltsdauer von maximal 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen kein Visum. Dies gilt allerdings nur, solange keine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden soll. Auch britische Staatsangehörige mit den Angaben „British overseas territories citizen“, „British overseas citizen“, „ British subject“, „British national (overseas) und “British protected person„ im Reisepass genießen dieses Privileg.

Für britische Staatsangehörige gelten die Schengen-Einreisebestimmungen für von der Visumpflicht befreite Drittstaatsangehörige:
Reisende haben beim Grenzübertritt die für die Einreise in die Schengener Staaten erforderlichen Dokumente und Belege mit sich zu führen, insbesondere ein gültiges Reisedokument und Belege über den Zweck und die Umstände des beabsichtigten Aufenthalts. Sie müssen außerdem über ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts verfügen (sowohl für die Dauer des beabsichtigten Aufenthalts als auch für die Rückreise). Hierzu gehört regelmäßig auch der Abschluss einer gültigen und angemessenen Reisekrankenversicherung. Ab 01.01.2021 ist der Besitz einer EHIC-Karte im Regelfall nicht mehr ausreichend.

Ab dem 1.1.2021 gilt für neueinreisende britische Staatsangehörige das allgemeine Ausländerrecht für Drittstaatsangehörige. Jedoch gilt trotz des Brexits:

  • Auch für längerfristige Aufenthalte in Deutschland, wie etwa zu Studien- oder Erwerbszwecken, benötigen neu einreisende britische Staatsangehörige kein Visum. Nach der Einreise müssen sie bei der Ausländerbehörde am künftigen Wohnort jedoch einen Inlandstitel beantragen. Wenn Sie sofort nach Einreise in Deutschland vor Erhalt des Inlandstitels arbeiten möchten, müssen Sie vor Einreise bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung ein Visum beantragen, das Ihnen die Ausübung der Erwerbstätigkeit erlaubt. Einzelheiten zu den Anforderungen und zum Verfahren finden Sie auf der Webseite des Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und auf unserer Webseite.

  • Neu einreisende britische Fachkräfte und sonstige Beschäftigte erhalten einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt. Für die Aufnahme eines Beschäftigungsverhältnisses in Deutschland kann die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit mit Vorrangprüfung zur Ausübung jeder Beschäftigung unabhängig vom Sitz des Arbeitgebers erteilt werden.  

Bis zum 31.12.2020 konnten Inhaber britischer Aufenthaltskarten für EU-/ EWR-Familienangehörige noch visumfrei in die EU einreisen. Dieses Privileg gilt nur bei gemeinsamer Einreise mit dem EU-/ EWR-Bürger. Es gilt nicht für britische Aufenthaltskarten, die im Rahmen des EU-Settlement Schemes erteilt werden. Mit dem Ablauf der Übergangszeit fällt das Privileg ersatzlos weg.

Seit dem 01.01.2021 sind die auf Basis des Freizügigkeitsrechts gewährten Erleichterungen für Nicht-EU-Familienangehörige britischer und deutscher Staatsangehöriger nicht mehr anwendbar, weder bei der Visumbeantragung noch beim Grenzübertritt.

Nach Ende der Übergangszeit sollten Reisende, die noch im Besitz eines einem Familienangehörigen eines britischen oder deutschen Staatsangehörigen nach Freizügigkeitsrecht erteilten Visums sind, beim Grenzübertritt alle für die Einreise in die Schengener Staaten erforderlichen Nachweise mit sich führen, so z. B. Nachweise zur Unterkunft, zur Erwerbstätigkeit, ausreichender Mittel zum Lebensunterhalt, Einladungsschreiben oder Rückflugtickets, sowie Nachweise zur wirtschaftlichen Situation im Heimatland und zur Absicht, das Gebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der Visumgültigkeit wieder zu verlassen.

Staatsangehörige der folgenden Staaten benötigen ab 01.01.2021 für jeden Flughafentransit in Deutschland ein Flughafentransitvisum der Kategorie A:

Afghanistan, Äthiopien, Bangladesch, Eritrea, Ghana, Indien, Iran, Irak, Jordanien, (Sonderregelungen für Transite von und nach Australien, Israel und Neuseeland), Kongo (Demokratische Republik), Libanon, Mali, Nigeria, Pakistan, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Syrien und Türkei (Ausnahme: Inhaber von Diplomaten-, Dienst- und anderen amtlichen Pässen)

Die folgenden Personen benötigen kein Flughafentransitvisum:

  • Inhaber gültiger Visa und nationaler Aufenthaltstitel der EU- und Schengen-Staaten
  • Inhaber bestimmter nationaler Aufenthaltstitel der folgenden Staaten: Andorra, Japan, Kanada, San Marino, Vereinigte Staaten von Amerika
  • Inhaber gültiger Visa der EWR-Staaten (EU-Staaten und Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) sowie Japan, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika ausgestellter Visa.

Der Besitz britischer Visa und Aufenthaltstitel befreit ab 01.01.2021 nicht mehr von der Flughafentransitpflicht.

Auch ab dem 01.01.2021 berechtigen die folgenden britischen Konventionspässe weiterhin zur visumfreien Einreise.

  • Convention Travel Document for Refugees (1951 United Nations Convention relating to the Status of Refugees, dunkelblau)
  • Stateless Person’s Travel Document (1954 United Nations Convention relating to the Status of Stateless Persons, rot)

Inhaber britischer Fremdenpässe (Certificate of Travel – schwarz) sind wie bisher visumpflichtig.

Die Reiseerleichterungen für eigentlich visumpflichtige Schüler und Schülerinnen britischer Schulen werden von deutscher Seite auch nach dem 01.01.2021 unverändert fortgeführt. Unter den im Beschluss des Rates vom 30. November 1994 - 94/795/JI - genannten Bedingungen benötigten diese Schüler und Schülerinnen weiterhin kein Visum. Allerdings hat der British Council bereits mitgeteilt, dass ab 01.01.2021 keine Schülerreiselisten mehr ausgestellt werden.

6. Sozialversicherung

Bis zum Ende der Übergangszeit galt das EU-Recht für das Vereinigte Königreich grundsätzlich weiter. Auch für die Zeit nach der Übergangszeit, also ab 01.01.2021, schafft das Austrittsabkommen Rechtssicherheit.

EU-Bürgerinnen, EU-Bürger und britische Staatsangehörige, die am Ende der Übergangszeit den britischen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit unterliegen, sowie ihre Familienangehörigen und Hinterbliebenen behalten den Zugang zu Leistungen der sozialen Sicherheit im Vereinigten Königreich wie bisher.

Dies gilt genauso für Personen, die am Ende der Übergangszeit ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der EU haben und den britischen Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit unterliegen

Für Briten, die am 31.12.2020 bereits in Deutschland leben, gibt es grundsätzlich keine Änderungen bei der Renten- und Krankenversicherung.

Was mit Briten ist, die nach dem 31.12.2020 nach Deutschland kommen, hängt von den derzeit laufenden Verhandlungen ab. Bitte informieren sie sich rechtzeitig bei dem für sie zuständigen Sozialversicherungsträger.

Nähere Informationen finden Sie hier.

7. Private Altersversorgung/ Finanzdienstleistungen

Probleme bei der betrieblichen Altersvorsorge können entstehen, wenn der Versorgungsempfänger seinen dauerhaften Wohnsitz außerhalb des Vereinigten Königreichs nimmt. Britische Pensionsfonds verlieren ab dem 01.01.2021 ihre Zulassung in der EU und können daher auch keine Leistungen mehr an Personen erbringen, die ihren Wohnsitz dort haben.

Wenn Sie daher planen, das Vereinigte Königreich dauerhaft zu verlassen, sollten Sie rechtzeitig mit Ihrem Pensionsfonds Kontakt aufnehmen, um sicherzustellen, dass Sie weiterhin Zugriff auf Ihre Versorgungsleistungen erhalten.

Mit dem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus dem EU Binnenmarkt zum 31.12.2020 können sich Beeinträchtigungen im grenzüberschreitenden Angebot von Finanzdienstleistungen – so z.B. Versicherungs- und Bankdienstleistungen – zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ergeben, wenn die jeweiligen Anbieter nicht oder nicht rechtzeitig die nötigen Vorkehrungen zur Fortführung ihrer Geschäfte getroffen haben.

8. Führerschein

Deutschland beabsichtigt, eine Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung von Fahrerlaubnissen mit Großbritannien abzuschließen. Die Gespräche zwischen Deutschland und Großbritannien laufen derzeit.

Deutscher Führerschein in Großbritannien: bis zum Abschluss eines Abkommens gilt Folgendes: Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu Ihrem Führerschein bzw. Ihrer individuellen Situation direkt an die Driver and Vehicle Licensing Agency (DVLA) hier, bzw. hier.

Deutschland beabsichtigt, eine Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung von Fahrerlaubnissen mit dem Vereinigten Königreich abzuschließen. Die Gespräche zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich laufen derzeit.

Vorübergehender Aufenthalt in Deutschland (z.B. Urlaub):

  • Wer in Deutschland im Rahmen eines vorübergehenden Aufenthalt fahren will, kann dies machen - entsprechend einem Übereinkommen über den Straßenverkehr vom 8. November 1968.
  • Wichtig zu wissen: Ausländische nationale Führerscheine, die nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, die nicht in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz ausgestellt worden sind oder die nicht dem Anhang 6 des Übereinkommens über den Straßenverkehr vom 8. November 1968 entsprechen, müssen mit einer Übersetzung verbunden sein. Die Übersetzung muss von einem international anerkannten Automobilklub des Ausstellungsstaates oder einer vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bestimmten Stelle gefertigt sein. (Fahrerlaubnisverordnung § 29, Abs.2)

Neuer Wohnsitz in Deutschland:

  • Wer nach Deutschland umzieht (sog. Wohnsitznahme in Deutschland), muss spätestens nach sechs Monaten den britischen Führerschein in einen EU/ EWR-Führerschein umgeschrieben lassen.
  • Definition „Wohnsitznahme“: Fahrerlaubnisrechtlich nimmt jemand seinen Wohnsitz in Deutschland, wenn er während mindestens 185 Tagen im Jahr in Deutschland wohnt. Wann diese Frist im Einzelfall und insbesondere im Fall des Brexit beginnt, sollte mit der örtlichen Fahrerlaubnisbehörde geklärt werden.

Umschreibung Führerschein nach Ende der Übergangsfrist:

  • Nach Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ist eine prüfungsfreie Umschreibung (wie bei anderen Drittstaaten auch) nur dann möglich, wenn Deutschland und das Vereinigte Königreich eine entsprechende Vereinbarung getroffen habe (siehe oben: Bilaterale Gespräche laufen).

9. Ein- und Ausfuhr/ Zollfragen

Ab dem 01.01.2021 gehört das Vereinigte Königreich nicht mehr der EU-Zollunion an. Ab diesem Zeitpunkt gelten die im Unionsrecht vorgesehenen Zollförmlichkeiten für alle Waren, die
- aus dem Vereinigten Königreich in das Zollgebiet der Union oder
- aus dem Zollgebiet der Union in das Vereinigte Königreich verbracht werden.

Dies wird auch dann der Fall sein, wenn mit dem Vereinigten Königreich ein Freihandelsabkommen geschlossen werden kann.

Das Vereinigte Königreich gilt als „Drittland“/ nicht-EU-Staat; daher gelten bei der Einreise nach Deutschland kleinere Reisefreimengen!

Mehr dazu auf zoll.de

Weitere allgemeine Brexit-bezogene Informationen für Privatpersonen

Informationen auf Englisch

Allgemeine Informationen der Britischen Regierung finden Sie hier und hier.

Informationen zu den Brexit-bezogenen Veränderungen finden sich unter:

allgemeine Informationen auf Deutsch und Englisch

Informationen zum Import nach Deutschland auf Deutsch und Englisch

Informationen zum Export aus der EU/ Deutschland auf Deutsch und Englisch

Informationen zu Versand/ Transit auf Deutsch und Englisch

Informationen zu Postsendungen/ Internetbestellungen auf Deutsch und Englisch

10. BAföG für Deutsche im Vereinigten Königreich und für Briten in Deutschland

Ja. Am 24.11.2020 ist durch das „Gesetz zur aktuellen Anpassung des Freizügigkeitsgesetzes/ EU und weiterer Vorschriften an das Unionsrecht“ im Hinblick auf das Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union in § 66b Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) eine Übergangsregelung in Kraft getreten. Auszubildende, die bis zum 31.12.2020 eine Ausbildung im Vereinigten Königreich begonnen haben oder fortsetzen, behalten bis zum Abschluss ihres Ausbildungsabschnitts ihre Ansprüche auf BAföG-Leistungen, auch über den Ablauf der Übergangszeit aus dem Austrittsabkommen zum 31.12.2020 hinaus. Mit dieser Übergangsregelung im BAföG-Gesetz ist dafür gesorgt, dass sich die Studierenden und Schülerinnen und Schüler auf ihre Ausbildung im Vereinigten Königreich konzentrieren und diese hoffentlich erfolgreich abschließen können.

Auch in Deutschland lebende Briten und ihre Familienangehörigen können nach dem 31.12.2020 berechtigt sein, BAföG zu beantragen. Voraussetzung ist, dass sie vom persönlichen Anwendungsbereich in Artikel 10 des Austrittsabkommens umfasst sind und einen Anspruch auf Studienbeihilfen nach Artikel 23 Absatz 2 des Abkommens haben. Dies ist der Fall, wenn sie ein Recht auf Daueraufenthalt aus Artikel 15 des Austrittabkommens erworben haben oder aber dem Personenkreis der Arbeitnehmer, Selbstständigen, Personen, denen dieser Status erhalten bleibt, oder deren Familienangehörigen angehören.

Weiterführende Informationen


Arbeit/ Soziales
bmas.de
Aufenthaltsrecht Deutschland
bmi.bund.de
Aufenthaltsrecht Vereinigtes Königreich
gov.uk
Bundesagentur für Arbeit
arbeitsagentur.de
BAföG
bafög.de
Finanzen/ Steuern
bundesfinanzministerium.de
Führerschein Vereinigtes Königreich
gov.uk
Gesundheit
bundesgesundheitsministerium.de
Krankenversicherung
dvka.de
Landwirtschaft
bmel.de
Living in Germany
gov.uk
Settled Status checker
gov.uk
Studium
bmbf.de
Umwelt/ Reach
reach-clp-biozid-helpdesk.de
Übergangszeit Vereinigtes Königreich
gov.uk/Transition
Verkehr
bmvi.de
Wirtschaft/ Unternehmen
bmwi.de


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